Intern-Anmeldung 06.02.2012 16:04


Beach-Handball

Sommer, Sonne, Stand und BEACH-Handball
Infos, Regeln und noch'n Bißchen mehr

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Inhaltsverzeichnis

- Einleitung
- Geschichte
- Sportmedizin
- Unterschiede zwischen Beach- und Hallenhandball
- Regeln:

- Regel 1 - Die Spielfläche
- Regel 2 - Spielzeit, Schlußsignal und Time-out
- Regel 3 - Der Ball
- Regel 4 - Mannschaft, Auswechselung, Ausrüstung
- Regel 5 - Der Torwart
- Regel 6 - Der Torraum
- Regel 7 - Spielen des Balles, passives Spiel
- Regel 8 - Regelwidrigkeiten und Vergehen
- Regel 9 - Der Torgewinn
- Regel 10 - Der Schiedsrichterwurf
- Regel 11 - Der Einwurf
- Regel 12 - Der Abwurf
- Regel 13 - Der Freiwurf
- Regel 14 - Der 6-m-Wurf
- Regel 15 - Allgemeine Anweisungen zur Ausführung der Würfe
- Regel 16 - Die Strafen
- Regel 17 - Die Schiedsrichter
- Regel 18 - Zeitnehmer und Sekretär

Videos:
- 6m-Strafwurf
- Angriff-Torerfolg
- Angriff-Torwurf
- Ballverlust
beim Torwurf
- Konter gehalten
- Kontertor
- Penalty
- Schrittfehler


Einleitung

Trendsportarten boomen. So auch der Beachhandball. Er stellt eine Variante des bekannten Hallenhandballs dar, allerdings nicht in der Halle und auch nicht auf dem Großfeld - sondern auf einer Sandspielfläche. Er verbindet Sport, Spaß, Sonne und Strand. Handball im Sand ist urlaubstauglich, denn der Leistungsdruck im Vergleich zum Hallenhandball ist deutlich geringer ausgeprägt und auch die legendären Beachparties nach den Turnieren vermitteln ein angenehmes Urlaubsflair.

 

Geschichte

In der Vergangenheit wurde Beachhandball vor allem in den südeuropäischen Ländern gespielt. Heute begeistern sich immer mehr deutsche Fans für die Trendsportart. Urspünglich wurde Beachhandball in den achtziger Jahren in Ländern Südeuropas wie Italien und Spanien gespielt. Der DHB weihte die erste Beachhandball-Anlage 1994 im schwäbischen Bartenbach ein. Damit legte er den Grundstein für eine breiten- und freizeitorientierte Ergänzung zum Wettkampfhandball in der Halle und zur Erschließung eines neuen Publikums, was sich schon 1995 bei Turnierangeboten an Nord- und Ostsee bewies.
Im August 1999 fand in Cuxhaven die erste offizielle Deutsche Meisterschaft statt, im gleichen Jahr wurde erstmals eine Auswahlmannschaft der Männer und Frauen zusammengestellt. Die erste Europameisterschaft trug man im Jahr 2000 im italienischen Gaeta aus. Im Rahmen der World Games fand 2001 in Japan erstmals eine Weltmeisterschaft für Frauen statt, welche die deutschen Frauen positiv gestalten konnten und Vizeweltmeister wurden.
Inzwischen werden bundesweit mehr als 35 Masterturniere pro Jahr ausgetragen. Dabei kommen 80% der Austragungsorte von Ismaning bis Berlin ohne Küste aus.

Sportmedizin

Beachhandball gilt aus sportmedizinischer Sicht als eine sehr sportdynamische und schnellkraft-induzierende Sportart. Sie stellt im maximalen Kraft- und Ausdauerbereich starke körperliche Anforderungen an die Beachhandballer/innen. Auch die Torleute werden außerordentlich stark gefordert. Trotz der hohen Belastungsintensität traten die handballspezifischen Verletzungen an Schulter-, Ellenbogen-, Knie-, Sprung- und Handgelenk nicht auf. Vielmehr mussten eher banale Verletzungen, wie Schürfwunden oder Fußnagelverletzungen wegen irgendwelcher im Sand liegender Fremdkörper behandelt werden. Die aus den sportmedizinischen Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse zeigten, dass die Sportart Beachhandball trotz hoher körperlicher Beanspruchung zu den weniger verletzungsträchtigen Sportarten gehört.

 
Unterschiede zwischen Hallen- und Beachhandball
 

Hallenhandball

Beachhandball

der Aufbau des Spielfeldes der Aufbau des Spielfeldes
der Anwurf wird ausgelost Schiedsrichterball
es werden Tore gezählt es werden Punkte gezählt
nach dem Torerfolg wird auf Pfiff des SR ein Anwurf ausgeführt nach dem Torerfolg wird das Spiel mit dem Torabwurf fortgesetzt
der SR kann eine Disqulifikation nach Regel 16.6 aussprechen, der Spieler darf ersetzt werden die Bestrafung geht wie beim Hallenhandball vor sich, außerdem bekommt die gegenerische Mannschaft 5 Punkte gutgeschrieben
der ruhende Ball darf nicht aus dem Torraum aufgenommen werden der ruhende Ball darf aus dem Torraum aufgenommen werden
bei einem Freiwurf hat der Gegner 3m Abstand zu halten bei einem Freiwurf hat der Gegner 1m Abstand zu halten
Mannschaften können mit dem 7-m-Wurf gestraft werden Mannschaften können mit dem 6-m-Wurf gestraft werden
kommt ein Wechselfehler vor, entscheiden die SR auf Freiwurf kommt ein Wechselfehler vor, entscheiden die SR auf Freiwurf, außerdem bekommen die Gegner 1 Punkt
geht der Ball von der blockenden Deckung ins Aus, wird der Einwurf an der Stelle ausgeführt, an der der Ball das Spielfeld verließ; der Einwurf kann als Torwurf ausgeführt werden geht der Ball von der blockenden Deckung ins Aus, wird der Einwurf an der Schnittstelle von Torraumlinie und Seitenlinie; der Einwurf kann nicht als Torwurf ausgeführt werden

 

 

 

 

Spielregeln für den Beach-Handball
- REGEL 1
"DIE SPIELFLÄCHE
"
 

Die Spielfläche

1.1 Die Spielfläche ist ein Rechteck von 27 m Länge und 12 m Breite und umfaßt ein Spielfeld und zwei Torräume.
Der Untergrund der Spielfläche muß aus mindestens 40 cm tiefem Sand bestehen. Die Beschaffenheit der Spielfläche darf im Spielverlauf nicht zugunsten einer Mannschaft verändert werden.

Eine Sicherheitszone um die Spielfläche von ca. 3 m sollte gegeben sein.
1.2 Das Spielfeld ist 15 m lang und 12 m breit. Für die Begrenzung muss ein bis zu 8 cm breites, elastisches, farbiges Band oder Seil benutzt werden.

1.3

Alle Linien auf der Spielfläche sind integraler Bestandteil des Bereichs, den sie begrenzen.

Die Längsseiten der Spielfläche heißen Seitenlinien, die Breitseiten Torauslinien.
Die Linie zwischen den Torpfosten heißt Torlinie und wird im Sand gezogen.


1.4  Tor
In der Mitte der Torauslinie steht das Tor. Es ist 3m breit und 2 m hoch.
In der Mitte der beiden Torauslinien steht ein Tor.
Die Tore sind im Lichten 2 m hoch und 3 m breit und müssen fest im Sand verankert sein. Die Verankerungen müssen gegen Verletzungsgefahr geschützt werden.

Die Pfosten des Tores sind durch eine Querlatte fest verbunden. Ihre hintere Kante muss mit der hinteren Seite der Torauslinie verlaufen. Torpfosten und Latte müssen quadratisch sein (8 cm). Sie müssen auf den drei vom Spielfeld einzusehenden Seiten mit zwei kontrastierenden Farben gestrichen sein, die sich ebenfalls deutlich vom Hintergrund abheben sollen.

Jedes Tor muss mit einem Netz versehen sein. Dieses muss so aufgehängt werden, dass ein in das Tor geworfener Ball normalerweise im Tor verbleibt.

1.5 Torraum
Vor jedem Tor befindet sich der Torraum (Regel 6).
Der Torraum ist begrenzt durch die Torraumlinie und wird folgendermassen geschaffen: vor der Torauslinie wird in 6 m Abstand, parallel dazu ein Band oder Seil befestigt.

1.6 Zeitnehmertisch
Der Zeitnehmertisch sollte mindestens drei bis vier Personen Platz bieten und wird an der Spielfeldhälfte mit mindestens 3 m Abstand zur Seitenlinie aufgestellt.

Der Zeitnehmertisch muss derart aufgestellt werden, dass die Auswechselräume vom Zeitnehmer/Sekretär zu sehen sind.

1.7  Auswechselräume
Der Auswechselraum für Feldspieler ist 15 m lang und ca. 3 m breit. Es befindet sich je ein Auswechselraum an jeder Seite des Spielfeldes ausserhalb der Seitenlinien.

1.8 a) Die Austrittszone des Torhüters ist die Seitenlinie im Bereich des Auswechselraums und die Seitenlinie im Bereich des eigenen Torraumes, auf der Seite des Auswechselraums der eigenen Mannschaft gestattet (4:13, 5:12).
b) Die Eintrittszone der Torhüter ist jeweils die Seitenlinie im Bereich des eigenen Torraums, auf der Seite des Auswechselraums der eigenen Mannschaft (4:13, 5:12)
 

 

- REGEL 2
SPIELBEGINN, SPIELZEIT, SCHLUßSIGNAL,
TIME-OUT, TEAM TIME-OUT

 

Spielbeginn

2.1 Vor dem Spiel losen die Schiedsrichter die Seitenwahl und den Auswechselraum aus.
Die gewinnende Mannschaft wählt die Spielfeldseite oder die Längsseite des Auswechselraums. Die zweite Mannschaft wählt anschließend entsprechend der Wahl der ersten Mannschaft.
Nach der Pause werdendie Seiten gewechselt aber die Auswechselräume werden nicht gewechselt.

2.2 Das Spiel sowie das "Golden Goal" beginnt in jeder Halbzeit mit einem Schiedsrichterwurf (10:1-2) nach Anpfiff des Schiedsrichters (2:5).
2.3 Die Feldspieler platzieren sich auf dem gesamten Spielfeld.


Spielzeit

2.4 Das Spiel besteht aus zwei Halbzeiten, die getrennt gewertet werden. Jede Halbzeit dauert 10 Minuten (siehe jedoch Regel 2:6, 2:8 und 4:2). Die Pause dauert 5 Minuten.

2.5 Die Spielzeit (Start der Zeitmessung und Schiedsrichterwurf) beginnt mit dem Anpfiff durch den Schiedsrichter.

2.6 Ist der Spielstand am Ende der Halbzeit unentschieden, wird das "Golden Goal" angewendet (9:7). Dieses beginnt mit einem Schiedsrichterwurf (Regel 10).
Der Sieger erhält für die gewonnene Halbzeit einen Punkt.

2.7 Wenn beide Halbzeiten von derselben Mannschaft gewonnen werden, ist diese mit 2:0 Punkten Gesamtsieger.


(Penalty-Video)

2.8 Gewinnt je eine Mannschaft eine Halbzeit, ist der Spielstand unentschieden. Da stets ein Sieger zu ermitteln ist, wird ein "Shoot-out" "Einer gegen den Torwart" gespielt (Regel 9).


  Schlußsignal  

2.9 Die Spielzeit endet mit dem automatischen Schlußsignal der öffentlichen Zeitmessanlage oder dem Schlußsignal des Zeitnehmers. Ertönt kein derartiges Signal, pfeift der Schiedsrichter, um anzuzeigen, dass die Spielzeit abgelaufen ist (17:10, 18:1, 18:2).

Kommentar:
Sollte keine öffentliche Zeitmessanlage mit automatischem Schlußsignal vorhanden sein, bedient sich der Zeitnehmer einer Tisch- oder Handstoppuhr und beendet das Spiel mit dem Schlußsignal (18:2).

Bei Benutzung einer öffentlichen Zeitmessanlage sollte diese, falls möglich, so eingestellt sein, dass sie zum besseren Verständnis für die Zuschauer von 10 auf 0 läuft.

2.10 Regelwidrigkeiten und unsportliches Verhalten vor oder mit dem Ertönen des Schlusssignals (Halbzeit oder Ende des Spiels) sind zu ahnden, auch wenn dies erst nach dem Ertönen dieses Signals erfolgen kann. Die Schiedsrichter beenden das Spiel erst nach dem noch auszuführenden Freiwurf oder 6-m-Wurf, dessen Ergebnis abzuwarten ist (Erläuterung 3).

2.11 Ertönt das Schlußsignal (Halbzeit oder Ende des Spiels) gleichzeitig mit der Ausführung eines Freiwurfs oder 6-m-Wurfs muss der Wurf wiederholt werden, auch wenn der Ball sich bereits in der Luft befindet. Das Ergebnis dieses wiederholten Wurfs ist abzuwarten, bevor die Schiedsrichter das Spiel beenden.

2.12 Unter den in den Regeln 2:10-11 beschriebenen Umständen können gegen Spieler und Mannschaftsoffizielle für Regelwidrigkeiten und unsportliches Verhalten bei der Ausführung eines Freiwurfs oder 6-m-Wurfs persönliche Bestrafungen ausgesprochen werden. Eine Regelwidrigkeit bei der Ausführung eines derartigen Wurfs kann jedoch keinen Freiwurf in die andere Richtung nach sich ziehen.

2.13 Stellen die Schiedsrichter fest, dass der Zeitnehmer das Spiel zu früh mit dem Schlußsignal (Halbzeit oder Ende des Spiels) beendet hat, sind sie verpflichtet, die Spieler auf der Spielfläche zu behalten und die verbleibende Spielzeit nachspielen zu lassen.

Bei der Wiederaufnahme des Spiels bleibt die Mannschaft in Ballbesitz, welche zum Zeitpunkt des zu früh ertönten Signals im Ballbesitz gewesen ist. War der Ball nicht im Spiel, wird das Spiel mit dem der Spielsituation entsprechenden Wurf fortgesetzt, andernfalls laut Regel 13:4 a-b mit Freiwurf.
Ist die 1. Halbzeit eines Spiels zu spät beendet worden, muss die 2. Halbzeit um die entsprechende Zeit verkürzt werden. Ist die 2. Halbzeit eines Spiels zu spät beendet worden, können die Schiedsrichter nichts mehr an der Situation ändern.


  Time-out 

2.14

Die Schiedsrichter entscheiden, wann und wie lange die Spielzeit unterbrochen wird ("Time-out").
In folgenden Situationen ist ein Time-out verbindlich:
a) Disqualifikation, Ausschluss
b) 6-m-Wurf
c) Team-Time-out
d) Pfiff vom Zeitnehmer oder technischen Delegierten
e) notwendige Rücksprache zwischen den Schiedsrichtern entsprechend Regel 17:9.
f) Hinausstellung eines Offiziellen

Abgesehen von den beschriebenen Situationen, bei denen ein Time-out verbindlich ist, wird von den Schiedsrichtern erwartet, dass sie ihr Urteilsvermögen bezüglich der Notwendigkeit eines Time-out auch in anderen Situationen walten lassen. Einige typische Situationen, bei denen ein Time-out nicht verbindlich ist, aber dennoch unter normalen Umständen gewährt wird, sind:
a) ein Spieler scheint verletzt.
b) eine Mannschaft spielt offenkundig auf Zeit, z.B. Ein Spieler verlässt die Spielfläche nach einer Hinausstellung zu langsam, eine Mannschaft verzögert die Ausführung eines formellen Wurfs oder ein Spieler wirft den Ball weg oder gibt ihn nicht frei.
c) Wechselfehler oder ein "zusätzlicher" Spieler betritt die Spielfläche
d) Äussere Einflüsse, z.B. die Bänder oder Seile müssen neu gerichtet oder befestigt werden.

2.15 Regelwidrigkeiten während eines Time-out haben die gleichen Folgen wie Regelwidrigkeiten während der Spielzeit (Regel 16, Kommentar 1).

2.16 Bei einem Time-out geben die Schiedsrichter dem Zeitnehmer das Zeichen zum Anhalten der Uhr.
Die Spielzeitunterbrechung ist dem Zeitnehmer durch drei kurze Pfiffe und Handzeichen 16 anzuzeigen.
Nach einem Time-out (15:3b) muss das Spiel durch Anpfiff wiederaufgenommen werden. Mit diesem Pfiff startet der Zeitnehmer die Uhr.


Team Time-out  

2.17 Jede Mannschaft kann in jeder Halbzeit der normalen Spielzeit ein Team Time-out von einer Minute beantragen.
Ein Mannschaftsoffizieller der Mannschaft, die ein Team-Time-out beantragen will, muss deutlich eine "Grüne Karte" zeigen. Hierzu begibt er sich zur Mitte der Seitenlinie und hält die grüne Karte deutlich hoch, sodass dieses Zeichen unmittelbar vom Zeitnehmer erkannt werden kann.
(Die Grüne Karte muss ein Format von etwa 30 x 20 cm haben und auf jeder Seite ein großes "T" stehen)
Eine Mannschaft kann ihr Team-Time-out nur beantragen, wenn sie in Ballbesitz ist (Ball im Spiel oder bei Spielunterbrechung). Unter der Voraussetzung, dass die Mannschaft den Ballbesitz nicht verliert, bevor der Zeitnehmer pfeifen kann (in diesem Falle wird das Team Time-out nicht anerkannt), wird der Mannschaft das Team-Time-out umgehend gewährt.
Der Zeitnehmer unterbricht dann das Spiel durch einen Pfiff, gibt das Handzeichen für Time-out (Nr. 16) und deutet mit gestrecktem Arm zur beantragenden Mannschaft. Der Mannschaftsoffizielle steckt die grüne Karte in der Mitte der Seitenlinie, ca. 1 m von dieser entfernt im Sand und bleibt dort für die restliche Spieldauer der Halbzeit.
Die Schiedsrichter geben Time-out, und der Zeitnehmer hält die Spielzeituhr an. Die Schiedsrichter bestätigen das Team-Time-out, woraufhin der Zeitnehmer eine separate Uhr zur Kontrolle des Team-Time-out betätigt. Der Sekretär trägt die Zeit im Spielprotokoll bei der beantragenden Mannschaft unter der betreffenden Halbzeit ein.
Während des Team-Time-out halten sich die Spieler und Mannschaftsoffiziellen in Höhe ihrer Auswechselräume auf, entweder auf der Spielfläche oder im Auswechselraum. Die Schiedsrichter bleiben in der Mitte der Spielfläche, einer von ihnen sollte sich aber zwecks Abstimmung kurz zum Zeitnehmertisch begeben.
Regelwidrigkeiten während eines Team-Time-out haben die gleichen Folgen wie Regelwidrigkeiten während der Spielzeit. Es ist hier ohne Bedeutung, ob sich die betreffenden Spieler auf der Spielfläche befinden oder außerhalb. Bei unsportlichem Verhalten ist eine Hinausstellung gemäß Regeln 8:4, 16:1d und 16:2c möglich.
Nach 50 Sekunden zeigt der Zeitnehmer durch ein akustisches Signal an, dass das Spiel in zehn Sekunden fortzusetzen ist.
Die Mannschaften sind gehalten, bei Ablauf des Team-Time-out zur Wiederaufnahme des Spiels bereit zu sein. Das Spiel wird entweder mit dem Wurf wiederaufgenommen, welcher der Situation bei Gewährung des Team-Time-out entspricht, oder - wenn der Ball im Spiel war - mit einem Freiwurf für die beantragende Mannschaft an der Stelle, an der sich der Ball bei der Unterbrechung befand.
Der Zeitnehmer setzt die Spielzeituhr mit dem Anpfiff des Schiedsrichters in Gang.

Kommentar:
"Ballbesitz" bedeutet auch, wenn es eine Spielfortsetzung mit Abwurf, Einwurf, Freiwurf oder 6-m-Wurf gibt.
"Ball im Spiel" bedeutet, dass der Spieler Ballkontakt hat (Ball in der Hand halten, werfen, fangen oder passen zu einem Mitspieler) oder die Mannschaft in Ballbesitz ist.
 

 

- REGEL 3
"
DER BALL"
 

3.1

Gespielt wird mit einem runden, griffigen Gummiball. Er wiegt für Männerspiele 350 - 370 g und hat einen Umfang von 54 - 56 cm, für Frauenspiele 280 - 300 g und hat einen Umfang von 50 - 52 cm.

Für Kinder kann ein kleinerer Ball Verwendung finden.

3.2 Vor jedem Spiel müssen mindestens drei der Regel entsprechende Bälle vorhanden sein. Die Ersatzbälle befinden sich in der Mitte hinter jedem Tor in einem im Sand markierten Feld.

3.3 Um Spielzeitunterbrechungen möglichst zu vermeiden, muss der vom Schiedsrichter angezeigte Torhüter schnellstens einen Ersatzball ins Spiel bringen, wenn der Spielball die Spielfläche verlassen hat.

Kommentar:

Das "IHF-Ballreglement" umfasst die technischen Anforderungen für Bälle, die bei allen offiziellen, internationalen Spielen eingesetzt werden.
 

 

- REGEL 4
"MANNSCHAFT, AUSWECHSLUNG,   AUSRÜSTUNG"
 

Mannschaft  

4.1 Beach Handball-Spiele und Turniere können für männliche-, weibliche- und gemischte Mannschaften ausgeschrieben werden.

4.2 Eine Mannschaft besteht grundsätzlich aus bis zu 8 Spielern.
Bei Spielbeginn müssen mindestens 6 anwesend sein. Sinkt die Zahl der teilnahmeberechtigten Spieler unter 4, ist das Spiel abzubrechen, und diese Mannschaft hat verloren.


Auswechslung 

4.3

Auf der Spielfläche dürfen sich höchstens 4 Spieler von jeder Mannschaft (3 Feldspieler und 1 Torwart) befinden. Die übrigen Spieler sind Auswechselspieler, die sich auf ihrer Seite im Auswechselraum aufhalten.

4.4 Ein Spieler oder Mannschaftsoffizieller ist teilnahmeberechtigt, wenn er beim Anpfiff anwesend und im Spielprotokoll eingetragen ist.

Nach Spielbeginn eintreffende Spieler/Mannschaftsoffizielle müssen vom Zeitnehmer/Sekretär die Teilnahmeberechtigung erhalten und im Spielprotokoll eingetragen werden.

Ein teilnahmeberechtigter Spieler kann die Spielfläche jederzeit über seine eigene Auswechsellinie betreten (beachte 4:13).
Ein nicht teilnahmeberechtigter Spieler, welcher die Spielfläche betritt, ist zu disqualifizieren (16:6a). Das Spiel wird mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft wieder aufgenommen (13:1a-b, Erläuterung 8).

4.5

Die Mannschaft muss während des gesamten Spielverlaufs einen Spieler auf der Spielfläche als Torwart benennen. Ein Spieler, welcher als Torwart gekennzeichnet ist, kann jederzeit die Position als Feldspieler einnehmen. Ebenso kann ein Feldspieler jederzeit die Position des Torwarts einnehmen (beachte 4:8).

4.6 Eine Mannschaft darf im Spielverlauf höchstens 4 Mannschaftsoffizielle einsetzen. Diese Mannschaftsoffiziellen dürfen während des Spiels nicht ausgewechselt werden. Einer von ihnen ist als "Mannschaftsverantwortlicher" zu bezeichnen. Nur dieser Offizielle ist berechtigt, den Zeitnehmer/Sekretär und eventuell die Schiedsrichter anzusprechen (ausgenommen Regel 2:17).

Im allgemeinen ist ein Mannschaftsoffizieller nicht berechtigt, während des Spiels die Spielfläche zu betreten. Ein Verstoß gegen diese Regel ist als unsportliches Verhalten zu ahnden (8:4, 16:1d, 16:2c und 16:6b). Das Spiel wird mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt (13:1a-b; Erläuterung 8).

4.7 Im Falle einer Verletzung können die Schiedsrichter zwei teilnahmeberechtigten Personen (4:4) einer Mannschaft die Erlaubnis erteilen, die Spielfläche bei einem Time-out zu betreten (Handzeichen 16 und 17), um einen verletzten Spieler ihrer Mannschaft zu versorgen (16:2c,16:6e)


Ausrüstung 

4.8 Alle Feldspieler einer Mannschaft müssen einheitliche ärmellose Trikots tragen. Die Kombinationen von Farbe und Design der beiden Mannschaften müssen sich deutlich voneinander unterscheiden.
Für die als Torhüter auf der Spielfläche eintretenden Spieler müssen zwei gleichfarbige Trikots vorhanden sein. Die Farben müssen sich von den Farben der Feldspieler beider Mannschaften und des Torwarts der gegnerischen Mannschaft unterscheiden (17:3).

Von den anwesenden spielberechtigten Spielern müssen maximal zwei als Torwart gekennzeichnet sein.

Kommentar:
Die Torhüter sollten durchsichtige Trikots überziehen (zum Beispiel in Leuchtfarben - diese lassen die Original-Rückennummer des Spielers durchscheinen).
 

 

- REGEL 5
"
DER TORWART" 


(Video: Konter gehalten)

Es ist dem Torwart erlaubt: 

5.1 bei der Abwehr im Torraum den Ball mit allen Körperteilen zu berühren.

5.2 sich im Torraum mit dem Ball ungeachtet der für Feldspieler geltenden Einschränkungen (7:2-4, 7:7) zu bewegen. Er darf jedoch die Ausführung des Abwurfs nicht verzögern (6:5, 12:2 und 15:3b).

5.3 den Torraum ohne Ball zu verlassen und im Spielfeld mitzuspielen. Er unterliegt in diesem Fall den Spielregeln für die im Feld spielenden Spieler.

Der Torraum gilt als verlassen, sobald der Torwart mit irgendeinem Körperteil den Boden ausserhalb der Torraumlinie berührt.

5.4 den Torraum mit dem nicht unter Kontrolle gebrachten Ball zu verlassen und ihn im Spielfeld weiterzuspielen.


Es ist dem Torwart nicht erlaubt:  

5.5 bei der Abwehr den Gegenspieler zu gefährden (8:2, 8:5).

5.6 den Torraum mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball zu verlassen (Freiwurf laut 13:1a wenn der Abwurf angepfiffen war, sonst immer Wiederholung).

5.7 nach Abwurf den Ball ausserhalb des Torraums erneut zu berühren, bevor dieser einen anderen Spieler berührt hat (13:1a). 

5.8 den ausserhalb des Torraums am Boden liegenden oder rollenden Ball zu berühren, solange er sich im Torraum befindet (13:1a).

5.9 den ausserhalb des Torraums am Boden liegenden oder rollenden Ball in den Torraum hereinzuholen (13:1a).

5.10 mit dem Ball vom Spielfeld in den Torraum zurückzugehen (13:1a).

5.11 den sich in Richtung Spielfeld bewegenden oder im Torraum liegenden Ball mit dem Unterschenkel oder Fuss zu berühren (13:1a).


Torwartwechsel:  

5.12 Das Eintreten auf die Spielfläche ist dem Torwart nur über die Seitenlinie im eigenen Torraumbereich, auf der Seite des Auswechselraums der eigenen Mannschaft gestattet (1:8, 4:13).

Das Austreten ist dem Torhüter nur über die Seitenlinie im Bereich des Auswechselraums und die Seitenlinie im Bereich des eigenen Torraumes, auf der Seite des Auswechselraums der eigenen Mannschaft gestattet (1:8, 4:13).
 

 

- REGEL 6
"
DER TORRAUM"
  

6.1 Der Torraum darf nur vom Torwart betreten werden (siehe jedoch 6:3). Der Torraum, einschließlich Torraumlinie, ist betreten, wenn er von einem Feldspieler mit irgendeinem Körperteil berührt wird.

6.2 Beim Betreten des Torraums durch einen Feldspieler ist wie folgt zu entscheiden:
a) Freiwurf, wenn ein Feldspieler mit dem Ball den Torraum betritt (13:1a).
b) Freiwurf, wenn ein Feldspieler ohne Ball den Torraum betritt und dadurch ein Vorteil entsteht (13:1a-b; ausgenommen jedoch 6:2c).
c) 6-m-Wurf, wenn ein Abwehrspieler durch das Betreten des Torraums eine klare Torgelegenheit vereitelt (14:1a).

6.3 Das Betreten des Torraums bleibt straffrei:
a) wenn ein Spieler, nachdem er den Ball gespielt hat, den Torraum betritt, sofern dieses für die Gegenspieler keinen Nachteil bedeutet.
b) wenn ein Spieler ohne Ball den Torraum betritt und sich dadurch keinen Vorteil verschafft.
c) wenn ein Abwehrspieler ohne Nachteil für die Gegenspieler beim oder nach dem Abwehrversuch den Torraum betritt.

6.4 Im Torraum gehört der Ball dem Torwart (siehe jedoch 6:5).

6.5 Ein liegender oder rollender Ball kann stets gespielt werden, auch im Torraum. Der Feldspieler darf den Torraum dabei aber nicht betreten (Freiwurf).

Ein sich über dem Torraum in der Luft befindender Ball darf gespielt werden, ausgenommen beim Abwurf (12:2).

6.6 Gelangt der Ball in den Torraum, muss er vom Torwart mit einem Abwurf (Regel 12) wieder ins Spiel gebracht werden.

6.7 Berührt ein Spieler der abwehrenden Mannschaft bei einem Abwehrversuch den Ball, der dann vom Torwart gehalten wird oder im Torraum liegen bleibt, geht das Spiel mit Abwurf weiter (6:6).

6.8 Wenn der Ball in den eigenen Torraum gespielt wird ist wie folgt zu entscheiden:
a) Tor, wenn der Ball in das Tor gelangt.
b) Freiwurf, wenn der Ball im Torraum liegen bleibt oder wenn der Torwart den Ball berührt und dieser nicht in das Tor gelangt (13:1a-b).
c) Einwurf, wenn der Ball die Torauslinie überquert (12:1).
d) Weiterspielen, wenn der Ball den Torraum durchquert und ins Spielfeld zurückgelangt, ohne dass ihn der Torwart berührt.

  6.9 Ein Ball, der aus dem Torraum in das Spielfeld zurückgelangt, bleibt im Spiel.
 

 

- REGEL 7
"
SPIELEN DES BALLES, PASSIVES SPIEL"
  




(Schrittfehler)

Es ist erlaubt:  

7.1 den Ball unter Benutzung von Händen (offen oder geschlossen), Armen, Kopf, Rumpf, Oberschenkel und Knien zu werfen, zu fangen, zu stoppen, zu stoßen oder zu schlagen.

Das Werfen nach einem liegenden oder rollenden Ball ist auch erlaubt.

7.2 den Ball maximal 3 Sekunden zu halten, auch wenn dieser auf dem Boden liegt (13:1a).

Der Ball darf nicht länger als 3 Sekunden am Boden liegen und vom gleichen Spieler, der ihn zuletzt berührt hatte, wieder aufgenommen werden (Freiwurf).

7.3 sich mit dem Ball höchstens 3 Schritte zu bewegen (13:1a). Ein Schritt gilt als ausgeführt:
a) wenn ein mit beiden Füßen auf dem Boden stehender Spieler einen Fuss abhebt und ihn wieder hinsetzt oder einen Fuss von einer Stelle zu einer anderen hinbewegt.
b) wenn ein Spieler den Boden mit nur einem Fuss berührt, den Ball fängt und danach mit dem anderen Fuss den Boden berührt.
c) wenn ein Spieler nach einem Sprung mit nur einem Fuss den Boden berührt und danach auf demselben einen Sprung ausführt oder den Boden mit dem anderen Fuss berührt.
d) wenn ein Spieler nach einem Sprung mit beiden Füßen gleichzeitig den Boden berührt und danach einen Fuss abhebt und ihn wieder hinsetzt oder einen Fuss von einer Stelle zu einer anderen hinbewegt.

Kommentar:
Wird ein Fuss von einer Stelle zu einer anderen hinbewegt und der zweite Fuss wird nachgezogen gilt es insgesamt als nur ein Schritt.

7.4 den Ball sowohl am Ort als auch im Laufen:
a) einmal zu tippen und mit einer Hand oder beiden Händen wieder zu fangen.
b) wiederholt mit einer Hand auf den Boden zu prellen oder den Ball am Boden wiederholt mit einer Hand zu rollen und danach mit einer Hand oder beiden Händen wieder zu fangen beziehungsweise aufzunehmen.

Sobald der Ball danach mit einer Hand oder beiden Händen gefasst wird, muss er innerhalb 3 Sekunden beziehungsweise nach höchstens 3 Schritten (13:1a) abgespielt werden.
Das Prellen oder Tippen des Balles beginnt dann, wenn der Spieler mit irgendeinem Körperteil den Ball berührt und Richtung Boden lenkt.
Nachdem der Ball einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat, ist ein erneutes Tippen oder Prellen und Wiederfangen erlaubt.

7.5 den Ball von einer Hand in die andere zu führen.

7.6 den Ball kniend, sitzend oder liegend weiterzuspielen.


Es ist nicht erlaubt: 

7.7 den Ball mehr als einmal zu berühren, bevor dieser inzwischen den Boden, einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat (13:1a).

Fangfehler bleiben straffrei.

Kommentar:
Ein Fangfehler liegt vor, wenn ein Spieler den Ball beim Versuch, ihn zu fangen oder zu stoppen, nicht unter Kontrolle bringt.
Ein Spieler darf einen bereits unter Kontrolle gebrachten Ball nach einem Tipp- oder Prellvorgang nur noch einmal berühren.

7.8 den Ball mit Fuss oder Unterschenkel zu berühren, ausgenommen der Spieler wurde von einem Gegenspieler angeworfen (13:1a-b).

7.9 Berührt der Ball einen Schiedsrichter auf der Spielfläche wird weitergespielt.


Passives Spiel  

7.10 Es ist nicht erlaubt, den Ball im Besitz der eigenen Mannschaft zu halten, ohne dass ein Angriffsversuch oder ein Versuch, zum Torwurf zu gelangen, erkennbar ist (Erläuterung 4). Dies ist passives Spiel, welches mit Freiwurf gegen die ballbesitzende Mannschaft zu ahnden ist (13:1a).

Der Freiwurf wird an der Stelle ausgeführt, an der sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand.

7.11 Wird eine mögliche Tendenz zum passiven Spiel erkennbar, wird das Warnzeichen (Handzeichen Nr. 11) gezeigt. Dies gibt der ballbesitzenden Mannschaft die Gelegenheit, die Angriffsweise umzustellen, um den Ballverlust zu vermeiden. Falls sich die Angriffsweise nach dem Anzeigen des Warnzeichens nicht ändert, oder kein Torwurf ausgeführt wird, wird ein Freiwurf gegen die ballbesitzende Mannschaft gegeben (siehe Erläuterung 4).

In besonderen Situationen können die Schiedsrichter auch ohne vorheriges Warnzeichen auf Freiwurf gegen die ballbesitzende Mannschaft entscheiden.
(Beispiel: Bewusstes Auslassen einer klaren Torgelegenheit).
 

 

- REGEL 8
"
REGELWIDRIGKEIT UND VERGEHEN"
  

Es ist erlaubt:  

8.1 a) Arme und Hände zu benutzen, um den Ball zu blocken oder in Ballbesitz zu gelangen.
b) dem Gegenspieler mit einer offenen Hand den Ball aus jeder Richtung wegzuspielen.
c) den Gegenspieler mit dem Körper zu sperren, auch wenn er nicht in Ballbesitz ist.
d) von vorne, mit angewinkelten Armen Körperkontakt zum Gegenspieler aufzunehmen, ihn auf diese Weise zu kontrollieren und zu begleiten.


Es ist nicht erlaubt: 

8.2 a) dem Gegenspieler den Ball aus den Händen zu entreißen oder ihn herauszuschlagen.
b) den Gegenspieler mit Armen, Händen oder Beinen zu sperren oder ihn wegzudrängen.
c) den Gegenspieler zu klammern, festzuhalten, zu stoßen, ihn anzurennen oder anzuspringen.
d) den Gegenspieler mit oder ohne Ball regelwidrig zu stören, zu behindern oder zu gefährden.

8.3 Bei Verstößen entsprechend Regel 8:2, bei denen sich die Aktion überwiegend oder ausschließlich gegen den Gegenspieler und nicht gegen den Ball richtet, ist progressiv zu bestrafen. Progressive Bestrafung bedeutet, dass es nicht ausreicht, eine bestimmte Regelwidrigkeit nur mit einem Freiwurf oder einem 6-m-Wurf zu ahnden, weil die Regelwidrigkeit weiter reicht als die Art der Regelwidrigkeit, die normalerweise im Kampf um den Ball auftritt.

Jede Regelwidrigkeit, die der Definition für eine progressive Bestrafung entspricht, erfordert eine persönliche Ahndung.

8.4 Körperliche und verbale Ausdrucksformen, die nicht mit dem Geiste der Sportlichkeit vereinbar sind, gelten als unsportliches Verhalten (Beispiele: siehe Erläuterung 5). Dies gilt sowohl für Spieler als auch Mannschaftsoffizielle auf der Spielfläche wie auch ausserhalb. Eine progressive Bestrafung gilt auch im Falle unsportlichen Verhaltens (16:1d, 16:2c-d und 16:6b, h, i).

8.5 Ein Spieler, der den Gegenspieler gesundheitsgefährdend angreift, ist zu disqualifizieren (16:6c), insbesondere, wenn er:
a) einem in der Wurfaktion befindlichen Spieler von der Seite oder von hinten auf den Wurfarm schlägt oder den Wurfarm zurückreißt;
b) eine Aktion so ausführt, dass der Gegenspieler an Kopf oder Hals getroffen wird;
c) mit Fuss, Knie oder in anderer Weise den Gegenspieler absichtlich am Körper trifft; dazu gehört auch Beinstellen;
d) einen im Lauf oder im Sprung befindlichen Gegenspieler stößt oder so angreift, dass dieser dadurch die Körperkontrolle verliert. Dies gilt auch, wenn ein Torwart seinen Torraum bei einem Gegenstoß der gegnerischen Mannschaft verlässt;
e) einen Abwehrspieler bei einem als Direktwurf aufs Tor ausgeführten Freiwurf am Kopf trifft, unter der Voraussetzung, dass dieser sich nicht bewegte, oder gleichfalls den Torwart mit einem 6-m-Wurf am Kopf trifft, unter der Voraussetzung, dass der Torwart sich nicht bewegte.

8.6 Grob unsportliches Verhalten durch einen Spieler oder einen Mannschaftsoffiziellen, auf der Spielfläche oder ausserhalb (Beispiele siehe Erläuterung 6), ist mit Disqualifikation zu ahnden (16:6e).

8.7 Bei einer "Tätlichkeit" während der Spielzeit ist der fehlbare Spieler auszuschließen (16:11-13). Eine Tätlichkeit ausserhalb der Spielzeit führt zu einer Disqualifikation (16:6f; 16:16b, d). Ein Mannschaftsoffizieller, der sich eine Tätlichkeit zuschulden kommen lässt, wird disqualifiziert (16:6g).

Kommentar:
Eine Tätlichkeit wird im Sinne der vorliegenden Regel als besonders starker und absichtlicher Angriff auf den Körper einer anderen Person (Spieler, Schiedsrichter, Zeitnehmer/ Sekretär, Mannschaftsoffizieller, Delegierter, Zuschauer, usw.) definiert. Es ist mit anderen Worten also nicht einfach eine Reflexhandlung oder das Ergebnis unachtsamer und übertriebener Methoden beim Abwehrversuch. Anspucken wird ausdrücklich als Tätlichkeit erachtet.

8.8 Verstöße gegen Regeln 8:2-7 führen zu einem 6-m-Wurf für die gegnerische Mannschaft (14:1), wenn der Verstoß direkt - oder indirekt wegen der dadurch verursachten Unterbrechung - eine klare Torgelegenheit für die gegnerische Mannschaft vereitelt.
Ansonsten führt die Regelwidrigkeit zu einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft (13:1a-b, 13:2-3).
 

 

- REGEL 9
"
DER PUNKTGEWINN, SPIELENTSCHEIDUNG"
  


(Angriff-Torwurf)


(Ballverlust-beim-Torwurf)

Punktgewinn  

9.1 Ein Tor ist erzielt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert hat (Abb.4), und wird mit einem Punkt gewertet sofern vor dem oder beim Wurf der Werfer oder seine Mitspieler sich nicht regelwidrig verhalten haben.
Gelangt der Ball ins Tor, obwohl ein Spieler der abwehrenden Mannschaft eine Regelwidrigkeit begangen hat, ist auf Tor zu erkennen.
Hat ein Schiedsrichter oder der Zeitnehmer das Spiel unterbrochen, bevor der Ball die Torlinie vollständig überquert hat, darf nicht auf Tor entschieden werden.
Spielt ein Spieler den Ball in das eigene Tor, führt dies zum Torgewinn für die gegnerische Mannschaft, ausgenommen, der Torwart führt einen Abwurf aus (12:2, Absatz 2).

Kommentar:
Wird dem Ball der Weg ins Tor durch eine nicht am Spiel beteiligten Sache oder Person (Zuschauer etc.) erfolgreich verwehrt, muss auf Tor entschieden werden, wenn die Schiedsrichter der Überzeugung sind, dass der Ball ansonsten ins Tor gelangt wäre.

9.2 Kreative oder spektakuläre Torsituationen werden mit zwei Punkten gewertet; im Flug erzielte Tore, werden immer mit zwei Punkten gewertet.

9.3 Der Torerfolg bei einem 6-m-Wurf wird mit zwei Punkten gewertet.

9.4 Nach jedem erzielten Tor wird das Spiel mit Abwurf durch den Torwart aus seinem Torraum fortgesetzt (Regel 12:1).

9.5 Wenn auf Tor entschieden wurde und der Abwurf ausgeführt wurde, kann das Tor nicht mehr annulliert werden.

Ertönt direkt nach einem Torerfolg und vor der Abwurfausführung das Schlusssignal (Halbzeit oder Spielende), so müssen die Schiedsrichter (ohne Abwurf) deutlich anzeigen, dass sie auf Tor entschieden haben.


Punktgewinn durch den Torwart  

9.6

Erzielt ein Torwart ein Tor, wird dieses mit zwei Punkten gewertet.



Spielentscheidung  

9.7 Ist der Spielstand am Ende der Halbzeit unentschieden, wird das "Golden Goal" angewendet (2:6).
Sieger ist die Mannschaft, welche als Erste ein Tor erzielt.

9.8 Haben beide Mannschaften je eine Halbzeit gewonnen, kommt es zum "Shoot out" "Einer gegen den Torwart".
Fünf spielberechtigte Spieler führen ab-wechselnd mit den Spielern der gegnerischen Mannschaft die Würfe aus. Wird ein Torwart einer der Werfer, ist er in dieser Situation als Feldspieler zu betrachten (4:8 Kommentar).
Sieger ist, wer nach fünf Würfen mehr Punkte erzielt hat.

Ist nach dem ersten Durchgang keine Entscheidung gefallen, wird das "Shoot out" fortgeführt. Hierzu werden zuerst die Seiten gewechselt (ohne Wechsel des Auswechselraums - siehe Kommentar). Wieder führen fünf spielberechtigte Spieler abwechselnd mit den Spielern der gegnerischen Mannschaft die Würfe aus. Nun beginnt die andere Mannschaft.
Das Spiel ist bei diesem oder bei weiteren Durchgängen entschieden, sobald eine Mannschaft bei gleicher Anzahl von Wurfversuchen führt.

Kommentar: Die Spielentscheidung durch das "Shoot out" :
Vor dem "Shoot out" losen die Schiedsrichter die Seitenwahl und die beginnende Mannschaft aus (siehe jedoch Erl. 2).

Hat die Mannschaft, die beim Losen gewonnen hat, das Shoot out zu beginnen gewählt, hat die andere Mannschaft hat das Recht, die Seite zu wählen. Wählt hingegen die Mannschaft, die beim Losen gewonnen hat, die Seite, beginnt die andere Mannschaft das Shoot out.

Beide Torhüter stehen zunächst mindestens mit einem Fuss auf ihrer Torlinie. Der Feldspieler muss zu Beginn der Aktion im Spielfeld, mit einem Fuss auf dem linken oder rechten Kreuzungspunkt der Torraumlinie und der Seitenlinie stehen. Nach Anpfiff des Schiedsrichters spielt er den Ball zu seinem sich auf der Torlinie befindenden Torwart. Der Ball darf bei diesem Zuspiel den Boden nicht berühren. Sobald der Ball die Hand des Werfers verlassen hat, dürfen beide Torhüter sich vorwärts bewegen. Der wurfausführende Torwart darf seinen Torraum nicht verlassen und muss nun den Ball innerhalb von 3 Sekunden entweder direkt auf das gegnerische Tor werfen oder dem inzwischen Richtung gegnerischem Tor laufenden Mitspieler zuspielen, ohne das der Ball den Boden berühren darf.
Dieser muss den Ball annehmen und versuchen, regelgerecht ein Tor zu erzielen.
Begehen der ausführende Torwart oder der angreifende Spieler eine Regelwidrigkeit, ist in diesem Moment die Aktion beendet.
Hat der verteidigende Torwart seinen Torraum verlassen, darf er ohne Ball jederzeit wieder in diesen zurückgehen.

Sinkt die Spielerzahl in einem Durchgang unter fünf, kann kein Spieler zweimal werfen. Diese Mannschaft hat dann entsprechend weniger Wurfmöglichkeiten.

9.9 Vereitelt der verteidigende Torwart beim Shoot-Out "Einer gegen den Torwart" durch eine Regelwidrigkeit ein Tor, ist auf 6 m-Wurf zu entscheiden.

Kommentar:
Jeder spielberechtigte Spieler darf diesen Wurf ausführen.

9.10 Während des "Shoot out" halten sich alle beteiligten Feldspieler in ihrem Auswechselraum auf. Nach ihrem Versuch gehen sie in ihren Auswechselraum zurück.
 

 

- REGEL 10
"
DER SCHIEDSRICHTERWURF"
 

10.1 Jede Halbzeit sowie das "Golden Goal" beginnt mit einem Schiedsrichterwurf (2:2).

10.2 Ein Schiedsrichter wirft nach dem Anpfiff des anderen Schiedsrichters, den Ball am Mittelpunkt des Spielfeldes senkrecht hoch.

10.3 Der andere Schiedsrichter plaziert sich ausserhalb der Seitenlinie gegenüber dem Zeitnehmertisch.

10.4 Bei der Ausführung des Schiedsrichterwurfs müssen bis auf je einem Spieler der beiden Mannschaften alle anderen Spieler mindestens 3 Meter vom hochwerfenden Schiedsrichter entfernt sein, dürfen sich aber auf das gesamte Spielfeld platzieren.
Die beiden um den Ball kämpfenden Spieler sollen neben dem Schiedsrichter auf der ihrem Tor zugewandten Seite stehen.

10.5 Der Ball darf erst gespielt werden, wenn er seinen höchsten Punkt erreicht hat.
 

 

- REGEL 11
"
DER EINWURF"
 
  11.1 Auf Einwurf wird entschieden, wenn der Ball die Seitenlinie vollständig überquert hat oder wenn ein Feldspieler der abwehrenden Mannschaft den Ball zuletzt berührt hat, bevor dieser die Torauslinie seiner Mannschaft überquert hat.

11.2  Der Einwurf wird ohne Pfiff der Schiedsrichter (ausgenommen 15:3b) von der Mannschaft ausgeführt, deren Spieler den Ball vor dem Überqueren der Linie nicht zuletzt berührt hatten.

11.3 Der Einwurf ist an der Stelle auszuführen, an welcher der Ball die Seitenlinie überquert hat, oder im Abstand von mindestens 1m zum Kreuzungspunkt der Torraumlinie mit der Seitenlinie, wenn der Ball die Torauslinie oder die Seitenlinie im Torraumbereich überquert hat.

11:4 Der Werfer muss mit einem Fuss auf der Seitenlinie stehen, bis der Ball seine Hand verlassen hat. Niederlegen und Wiederaufnehmen oder Prellen und Wiederaufnehmen des Balles ist demselben Spieler nicht erlaubt (13:1a).

11.5 Bei einem Einwurf müssen die Spieler der gegnerischen Mannschaft mindestens 1 m vom Werfer entfernt sein.
 

 

- REGEL 12
"
DER ABWURF"
 


(Kontertor)

12.1 Auf Abwurf wird entschieden:
- wenn die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt hat,
- wenn der Torwart den Ball im Torraum unter Kontrolle gebracht hat (6:6),
- wenn der Ball über die Torauslinie gelangt, nachdem er zuletzt vom Torwart oder einem Spieler der anderen Mannschaft berührt wurde.

Das bedeutet, dass in den genannten Situationen der Ball nicht im Spiel ist.

Wenn eine Regelwidrigkeit von der Mannschaft des Torwarts vor Ausführung des Abwurfs begangen wird, ist das Spiel mit Abwurf wieder aufzunehmen (analog 13:3).

12.2  Der Abwurf wird vom Torwart ohne Pfiff vom Schiedsrichter (ausgenommen 15:3b) aus dem Torraum über die Torraumlinie ausgeführt.
Der Abwurf gilt als ausgeführt, wenn der vom Torwart gespielte Ball die Torraumlinie überquert hat .
Die Spieler der anderen Mannschaft dürfen sich zwar an der Torraumlinie aufhalten, dürfen aber den Ball erst berühren, wenn dieser die Torraumlinie überquert hat (15:7 3. Absatz).

12.3 Der Torwart darf den Ball nach Ausführung eines Abwurfs erst wieder berühren, nachdem dieser einen anderen Spieler berührt hat (5:7,13:1a).
 

 

- REGEL 13
"
DER FREIWURF"
 

13.1 Grundsätzlich unterbrechen die Schiedsrichter das Spiel und lassen es durch einen Freiwurf für die andere Mannschaft wiederaufnehmen, wenn:
a) die ballbesitzende Mannschaft eine Regelwidrigkeit begeht, die zu einem Verlust des Ballbesitzes führen muss (4:4, 4:6, 4:13, 4:14, 5:6-11, 6:2a-b, 6:4, 6:8b, 7:2-4, 7:7-8, 7:10, 8:8, 11:4, 12:3, 13:9, 14:5-7, 15:2-5).
b) die abwehrende Mannschaft eine Regelwidrigkeit begeht, die dazu führt, dass die ballbesitzende Mannschaft den Ball verliert (4:4, 4:6, 4:13, 4:14, 6:2b, 6:4, 6:8b, 7:8, 8:8, 13:7).

13.2 Die Schiedsrichter sollten eine Kontinuität im Spiel zulassen, indem sie eine vorschnelle Unterbrechung des Spiels durch eine Freiwurf-Entscheidung vermeiden sollten.

Dies bedeutet, dass die Schiedsrichter gemäß Regel 13:1a keinen Freiwurf geben sollten, wenn die abwehrende Mannschaft unmittelbar nach dem von der angreifenden Mannschaft begangenen Regelwidrigkeit in Ballbesitz kommt.

Gleichfalls sollten die Schiedsrichter gemäß Regel 13:1b erst dann eingreifen, wenn klar ist, dass die angreifende Mannschaft wegen der von der abwehrenden Mannschaft begangenen Regelwidrigkeit den Ballbesitz verloren hat oder nicht in der Lage ist, den Angriff fortzusetzen.

Wenn eine persönliche Ahndung wegen einer Regelwidrigkeit zu geben ist, können die Schiedsrichter das Spiel umgehend unterbrechen, wenn dies für die Mannschaft, die den Regelverstoß nicht begangen hat, keine Benachteiligung ergibt. Ansonsten sollte die Bestrafung bis zum Ablauf der vorliegenden Situation aufgeschoben werden.

Regel 13:2 gilt nicht im Falle von Verstößen gegen die Regeln 4:3-4, 4:6 und 4:13-14, bei denen das Spiel sofort durch ein Signal des Zeitnehmers unterbrochen werden muss.

13.3 Wenn eine Regelwidrigkeit, die normalerweise gemäß Regel 13:1 zu einem Freiwurf führt, erfolgt, während der Ball nicht im Spiel ist, wird das Spiel mit dem Wurf wiederaufgenommen, der dem Grund für die gegebene Unterbrechung entspricht.

13.4 Zusätzlich zu den Situationen gemäß Regel 13:1a-b wird in bestimmten Fällen, in denen das Spiel ohne Regelverstoß einer Mannschaft unterbrochen wurde (d.h. wenn der Ball im Spiel ist), ein Freiwurf zur Wiederaufnahme des Spiels gegeben:
a) wenn eine Mannschaft zum Zeitpunkt der Unterbrechung in Ballbesitz ist, behält sie den Ballbesitz;
b) wenn keine der Mannschaften in Ballbesitz ist, erhält die Mannschaft, die zuletzt in Ballbesitz war, erneut den Ballbesitz;
c) wenn der Ball einen über der Spielfläche befestigten Gegenstand berührt hat erhält die Mannschaft den Ballbesitz, die den Ball nicht zuletzt berührt hat.

Die "Vorteilsregel" gemäß Regel 13:2 gilt nicht in den in Regel 13:4 aufgeführten Situationen.

13.5 Wenn auf Freiwurf gegen die Mannschaft entschieden wird, die beim Pfiff des Schiedsrichters in Ballbesitz ist, muss der Spieler, der den Ball zu diesem Zeitpunkt hat, diesen umgehend an der Stelle fallen lassen oder niederlegen (16:2e).


Freiwurf-Ausführung  

13.6 Vor der Ausführung des Freiwurfs dürfen die Spieler der angreifenden Mannschaft nicht näher als einen Meter an die Torraumlinie herantreten (15:1).

13.7 Bei der Ausführung eines Freiwurfs müssen die Gegenspieler mindestens 1 m vom Werfer entfernt sein.

13.8 Der Freiwurf wird normalerweise ohne Anpfiff des Schiedsrichters (ausgenommen 15:3b) grundsätzlich von der Stelle aus, an der die Regelwidrigkeit begangen wurde, ausgeführt. Die Ausnahmen zu diesem Grundsatz lauten wie folgt:
In den unter 13:4a-b beschriebenen Situationen wird der Freiwurf nach dem Anpfiff von der Stelle aus ausgeführt, an welcher sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand. Im Falle von 13:4c wird der Freiwurf - nach Anpfiff - im Prinzip von der Stelle ausgeführt, unter welcher der Ball den Gegenstand berührt hat.

Wenn ein Schiedsrichter oder Technischer Delegierter (von der IHF oder einem kontinentalen/nationalen Verband) das Spiel wegen eines Regelverstoßes durch einen Spieler oder Mannschaftsoffiziellen der abwehrenden Mannschaft unterbricht und dies zu einer Ermahnung oder einer persönlichen Ahndung führt, sollte der Freiwurf von der Stelle aus ausgeführt werden, an welcher der Ball sich bei der Spielunterbrechung befand, wenn dies eine günstigere Stelle als die Position ist, an der sich der Verstoß zugetragen hat.

Die gleiche Ausnahme wie beim vorangehenden Absatz gilt, wenn ein Zeitnehmer das Spiel wegen eines Wechselfehlers oder regelwidrigen Eintretens gemäß den Regeln 4:3-4, 4:6 und 4:13-14 unterbricht.

Wie in Regel 7:10 vorgegeben, werden Freiwürfe, die wegen passiven Spiels gegeben wurden, von der Stelle aus ausgeführt, an der sich der Ball bei Spielunterbrechung befand.

Ungeachtet der Grundsätze und Handhabung in den vorangehenden Absätzen kann ein Freiwurf niemals im eigenen Torraum der werfenden Mannschaft ausgeführt werden. Wenn dort eine Ausführungsposition angezeigt ist, muss die Position für die Ausführung zur nächstgelegenen Stelle unmittelbar ausserhalb des ausgegrenzten Bereichs verlegt werden.
Wenn der korrekte Ausführungsort des Freiwurfs näher als 1m von der gegnerischen Torraumlinie ist, muss der Abstand zu dieser Torraumlinie mindestens 1m betragen.

13.9 Befindet sich ein Spieler der Mannschaft, die einen Freiwurf erhalten hat, mit dem Ball in der Hand an der richtigen Stelle zur Ausführung des Wurfs, ist ihm kein Niederlegen und Wiederaufnehmen oder Prellen und Wiederaufnehmen des Balles erlaubt (13:1a).
 

 

- REGEL 14
"
DER 6M-WURF"
 


(6m-Strafwurf)

6-m-Wurf Entscheidung

14.1 Auf 6-m-Wurf wird entschieden bei:
a) Vereiteln einer klaren Torgelegenheit auf der gesamten Spielfläche durch einen Spieler oder Mannschaftsoffiziellen der gegnerischen Mannschaft;
b) unberechtigtem Pfiff während einer klaren Torgelegenheit;
c) Vereiteln einer klaren Torgelegenheit durch das Eingreifen einer nicht am Spiel beteiligten Person (ausgenommen 9:1 Kommentar).

Für die Definition einer "klaren Torgelegenheit" siehe Erläuterung 7.

14.2 Wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft trotz einer Regelwidrigkeit (14:1a) unter voller Ball- und Körperkontrolle bleibt, darf nicht auf 6-m-Wurf entschieden werden, auch wenn der Spieler danach die klare Torgelegenheit vergibt.

In allen Situation, in denen möglicherweise auf 6-m-Wurf entschieden wird, sollten die Schiedsrichter erst dann eingreifen, wenn sie deutlich feststellen können, dass diese Entscheidung tatsächlich berechtigt und notwendig ist. Wenn der Angriffsspieler trotz unberechtigten Eingreifens der Abwehrspieler ein Tor erzielt, gibt es keinen Grund, auf 6-m-Wurf zu entscheiden. Ist hingegen klar erkennbar, dass der Spieler tatsächlich auf Grund der Regelwidrigkeit die Ball- oder Körperkontrolle verloren hat und die klare Torgelegenheit somit nicht mehr besteht, ist auf 6-m-Wurf zu entscheiden.

14.3 Bei einer 6-m-Entscheidung haben die Schiedsrichter Time-out anzuzeigen (2:14b).

14.4 Der Torerfolg bei einem 6 m-Wurf wird mit zwei Punkten gewertet (Regel 9:3).


Ausführung des 6-m-Wurfs

14.5 Der 6-m-Wurf ist nach Pfiff des Feldschiedsrichters innerhalb 3 Sekunden als Torwurf auszuführen (13:1a).

14.6 Bei der Ausführung des 6-m-Wurfs darf der Werfer die Torraumlinie weder berüh-ren noch überschreiten, bevor der Ball die Hand verlassen hat (13:1a).

14.7 Nach Ausführung des 6-m-Wurfs darf der Ball erst dann wieder vom Werfer oder einem seiner Mitspieler gespielt werden, wenn er einen gegnerischen Spieler oder das Tor berührt hat (13:1a).

14.8 Bei der Ausführung eines 6-m-Wurfs müssen sich der Torwart und die Spieler der gegnerischen Mannschaft mindestens 1 m vom Ausführenden entfernt sein, bis der Ball die Hand des Werfers verlassen hat. Ansonsten ist der 6-m-Wurf zu wiederholen, wenn der Ball nicht in das Tor gelangt.

14.9 Es ist nicht mehr erlaubt, einen Torwartwechsel vorzunehmen, sobald sich der Werfer mit dem Ball in der Hand in korrekter Wurfposition befindet und bereit ist, den 6-m-Wurf auszuführen. Jeder Versuch, in dieser Situation eine Auswechselung vorzunehmen, ist als unsportliches Verhalten zu bestrafen (8:4; 16:1d; 16:2c).
 

 

- REGEL 15
"
ALLGEMEINE ANWEISUNGEN ZUR AUSFÜHRUNG DER WÜRFE"
 

15.1 Vor der Ausführung eines Wurfs muss sich der Ball in der Hand des Werfers befinden.
Alle Spieler müssen die dem betreffenden Wurf entsprechenden Stellungen eingenommen haben. Die Spieler müssen auf ihren korrekten Positionen bleiben, bis der Ball die Hand des Werfers verlassen hat.
Eine falsche Ausgangsstellung ist zu korrigieren (siehe jedoch 15:7).

15.2 Ausgenommen im Falle der Ausführung des Abwurfs muss der Werfer bei der Wurfausführung mit einem Teil eines Fusses ununterbrochen den Boden berühren (13:1a). Der andere Fuss darf wiederholt vom Boden abgehoben und wieder hingesetzt werden.

15.3 Das Spiel muss vom Schiedsrichter wieder angepfiffen werden:
a) immer beim 6-m-Wurf.
b) im Falle eines Einwurfs, Abwurfs oder Freiwurfs:
  - bei Wiederaufnahme nach einem Time-out
  - bei Wiederaufnahme mit einem Freiwurf entsprechend Regel 13:4
  - bei Verzögerung der Wurfausführung
  - nach einer Korrektur der Spielerpositionen
  - nach einer Ermahnung.

Nach dem Anpfiff eines Wurfes muss der Werfer den Ball innerhalb von drei Sekunden spielen (13:1a).

15.4 Ein Wurf gilt als ausgeführt, wenn der Ball die Hand des Werfers verlassen hat (ausgenommen 12:2).

Bei der Ausführung eines Wurfs darf der Werfer den Ball nicht einem Mitspieler übergeben beziehungsweise der Ball darf nicht von einem Mitspieler des Werfers berührt werden (13:1a).

15.5 Der Werfer darf den Ball erst wieder berühren, nachdem dieser einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat (13:1a).

15.6 Alle Würfe können unmittelbar zu einem Tor führen, ausgenommen beim Abwurf, bei dem kein Eigentor möglich ist (12:2) und beim Schiedsrichterwurf (da vom Schiedsrichter ausgeführt).

15.7 Eine falsche Aufstellung der Abwehrspieler bei der Ausführung eines An-, Ein- oder Freiwurfs darf von den Schiedsrichtern nicht korrigiert werden, wenn der angreifenden Mannschaft bei sofortiger Wurfausführung kein Nachteil entsteht. Entsteht ein Nachteil, ist die Aufstellung zu korrigieren (15:3b).

Pfeift der Schiedsrichter den Wurf trotz falscher Aufstellung der Abwehrspieler an, so sind diese Spieler voll aktionsfähig.
Wenn ein Spieler durch Zunahestehen oder sonstige Regelwidrigkeiten die Ausführung eines Wurfs verzögert oder stört, ist er hinauszustellen.
 

 

- REGEL 16
"
DIE STRAFEN"
 
  Hinausstellung  

  16.1 Eine Hinausstellung kann gegeben werden bei:
a) Fouls und ähnlichen Regelwidrigkeiten im Verhalten zum Gegenspieler (5:5, 8:2), die entsprechend Regel 8:3 nicht in die Kategorie der "progressiven Bestrafung" fallen.
b) progressiv zu bestrafenden Regelwidrigkeiten (8:3);
c) Regelwidrigkeiten bei der Ausführung eines formellen Wurfs durch die gegnerische Mannschaft (15:7);
d) unsportlichem Verhalten durch einen Gegenspieler oder Mannschaftsoffiziellen (8:4).

  16.2 Eine Hinausstellung ist zu geben bei:
a) Wechselfehler oder regelwidrigem Betreten der Spielfläche (4:13-14).
b) wiederholten, progressiv zu bestrafenden Regelwidrigkeiten (8:3).
c) wiederholtem unsportlichen Verhalten eines Spielers auf der Spielfläche oder ausserhalb (8:4).
d) wiederholtem unsportlichen Verhalten eines Mannschaftsoffiziellen.
e) Nichtfallenlassen oder Nichtniederlegen des Balles bei Freiwurf-Entscheidung gegen die Mannschaft in Ballbesitz (13:5).
f) wiederholten Regelwidrigkeiten bei der Ausführung eines formellen Wurfs durch die andere Mannschaft (15:7).
g) Disqualifikation eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen während der Spielzeit (16:8, Absatz 2).
h) unsportlichem Verhalten eines Spielers vor Wiederaufnahme des Spiels, nachdem er gerade eine Hinausstellung erhalten hat (16:12).

  16.3 Die Hinausstellung ist dem fehlbaren Spieler und dem Zeitnehmer/Sekretär vom Schiedsrichter durch das vorgeschriebene Hinausstellungszeichen, d.h. abgewinkelter Arm mit dem gefassten Handgelenk (Handzeichen Nr. 14), deutlich anzuzeigen.

  16.4 Während der Hinausstellungszeit darf der hinausgestellte Spieler nicht am Spiel teilnehmen und die Mitspieler dürfen ihn nicht auf der Spielfläche ersetzen.
Die Hinausstellung beginnt mit der Wiederaufnahme des Spiels durch Pfiff.
Hinausgestellte Spieler dürfen ersetzt werden oder das Spielfeld wieder betreten, sobald es einen Ballbesitzwechsel zwischen den beiden Mannschaften gegeben hat (siehe Regel 16 Kommentar 2).

  16.5 Die zweite Hinausstellung eines Spielers bedingt dessen Disqualifikation.

Eine Disqualifikation wegen zwei Hinausstellungen ist grundsätzlich nur bis zur Beendigung des laufenden Spiels wirksam (Regel 16 Kommentar 3) und als Tatsachenfeststellung der Schiedsrichter anzusehen (Sie wird im Spielberichtsbogen nicht aufgeführt).


Disqualifikation

  16.6 Eine Disqualifikation ist auszusprechen bei:
a) Betreten der Spielfläche durch einen nicht teilnahmeberechtigten Spieler (4:4);
b) Wiederholtes unsportliches Verhalten durch einen Mannschafts-Offiziellen, nachdem einer von ihnen bereits hinausgestellt wurde (16:2d, 8:4).
c) Regelwidrigkeiten, welche die Gesundheit des Gegenspielers gefährden (8:5).
d) Regelwidrigkeiten des Torhüters, wenn er beim "Shoot out" seinen Torraum verlässt und die Gesundheit des Gegenspielers gefährdet (8:5 - Aktionen welche deutlich zum Körper des Gegenspielers gehen und nicht das Ziel haben, den Ball zu spielen).
e) grob unsportlichem Verhalten eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen auf oder ausserhalb der Spielfläche (8:6).
f) Tätlichkeit eines Spielers ausserhalb der Spielzeit, d.h. vor Spielbeginn oder während einer Pause (8:7; 16:16b, d);
g) Tätlichkeit eines Mannschaftsoffiziellen (8:7).
h) einer zweiten Hinausstellung desselben Spielers (16:5).
i) wiederholt unsportlichem Verhalten eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen während einer Pause (16:16d).

  16.7 Die Disqualifikation ist dem fehlbaren Spieler oder Offiziellen und dem Zeitnehmer/Sekretär vom Schiedsrichter nach Time-out durch Hochhalten der Roten Karte deutlich anzuzeigen (Handzeichen Nr. 13; die "Rote Karte" sollte ein Format von etwa 9 x 12 cm haben).

  16.8 Die Disqualifikation eines Spielers oder eines Mannschaftsoffiziellen gilt immer für den Rest der Spielzeit. Der Spieler oder Offizielle muss die Spielfläche und den Auswechselraum sofort verlassen. Nach dem Verlassen der Spielfläche und des Auswechselraums darf der Spieler oder Offizielle in keiner Form Kontakt zur Mannschaft haben.
Eine Disqualifikation verringert die Zahl der Spieler oder Offiziellen, die der Mannschaft zur Verfügung stehen (ausgenommen 16:16b).
Disqualifizierte Spieler dürfen ersetzt werden, sobald es einen Ballbesitzwechsel zwischen den beiden Mannschaften gegeben hat (siehe Regel 16 Kommentar 2).

  16.9 Eine Disqualifikation (ausser wegen der 2. Hinausstellung - 16:6h) muss von den Schiedsrichtern für die zuständigen Instanzen im Spielprotokoll dargelegt werden.

  16.10 Wird ein Torwart oder Spieler beim "Shoot out" wegen unsportlichen Verhaltens oder grob unsportlichem Verhaltens bestraft kann dies nur mit einer Disqualifikation geschehen.


Ausschluss  

  16.11 Ein Ausschluss ist auszusprechen bei:
Tätlichkeit eines Spielers (gemäß der Definition in 8:7) während der Spielzeit, auch ausserhalb der Spielfläche.

  16.12 Der Ausschluss ist dem fehlbaren Spieler und dem Zeitnehmer/Sekretär von den Schiedsrichtern nach Time-out durch das vorgeschriebene Handzeichen 15, d.h., die über den Kopf gekreuzten Arme, deutlich anzuzeigen.

  16.13 Der Ausschluss gilt immer für den Rest der Spielzeit, und die Mannschaft muss auf der Spielfläche mit einem Spieler weniger spielen.
Der ausgeschlossene Spieler darf nicht ersetzt werden und muss die Spielfläche sowie den Auswechselraum sofort verlassen. Nach dem Verlassen der Spielfläche und des Auswechselraums darf der Spieler in keiner Form Kontakt zur Mannschaft haben.

  16.14 Ein Ausschluss muss von den Schiedsrichtern für die zuständigen Instanzen im Spielprotokoll dargelegt werden (17:12).


Mehr als ein Verstoß in derselben Situation  

  16.15 Wird von einem Spieler oder Mannschaftsoffiziellen gleichzeitig oder in direkter Folge vor dem Wiederanpfiff mehr als eine Regelwidrigkeit begangen und erfordern diese Verstöße verschiedene Strafen, ist grundsätzlich nur die schwerwiegendste Strafe auszusprechen. Das ist immer der Fall, wenn eine der Regelwidrigkeiten eine Tätlichkeit ist.


Regelwidrigkeiten ausserhalb der Spielzeit  

  16.16

Unsportliches Verhalten, grob unsportliches Verhalten oder eine Tätlichkeit seitens eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen am Ort der Wettkampfstätte, aber ausserhalb der Spielzeit, ist wie folgt zu ahnden:

Vor dem Spiel:
a) bei unsportlichem Verhalten mit Ermahnung (16:1d).
b) bei grob unsportlichem Verhalten oder einer Tätlichkeit mit Disqualifikation (16:6e-g), wobei die Mannschaft aber mit 8 Spielern und 4 Offiziellen beginnen darf.

Während einer Pause:
c) bei unsportlichem Verhalten mit Ermahnung.
d) bei wiederholtem oder grob unsportlichem Verhalten oder einer Tätlichkeit mit Disqualifikation (16:6b, e-g, i). Im Falle wiederholt unsportlichen Verhaltens hebt dies die Regeln 16:2c-d auf, die während der Spielzeit gelten.

Bei einer Disqualifikation während einer Pause darf die Mannschaft auf der Spielfläche mit derselben Anzahl von Spielern wie vor der Pause antreten.

Nach dem Spiel:
e) schriftliche Meldung.

Kommentar 1: die Spielzeit
Die in Regeln 16:1, 16:2, 16:6 und 16:11 beschriebenen Situationen umfassen allgemein während der Spielzeit begangene Regelwidrigkeiten.
Zur Spielzeit zählen die "Time Outs", das "Golden Goal" und das "Shoot out", jedoch nicht die Pausen.

Kommentar 2: der Ballbesitzwechsel
Grundsätzlich ist der "Ballbesitzwechsel" entsprechend der Bedeutung des Wortes - Wechsel des Ballbesitzes zwischen den beiden Mannschaften - anzuwenden.

Ausnahmen und Erläuterung:
a) Zu Beginn der zweiten Halbzeit, des "Golden Goals" und des "Shoot out" dürfen hinausgestellte Spieler ersetzt werden oder das Spielfeld wieder betreten.
b) Bei einer Hinausstellung des verteidigenden Spielers ausgesprochen mit einem 6m-Strafwurf:
- Erzielt die angreifende Mannschaft ein Tor, kann der hinausgestellte Spieler nach dem Abwurf ersetzt werden oder das Spielfeld wieder betreten.
- Wird kein Tor erzielt, so muss der hinausgestellte Spieler oder dessen Ersatzspieler bis zum nächsten Ballbesitzwechsel warten bevor er das Spielfeld wieder betreten darf.
c) Bei einer zeitversetzten Hinausstellung mit Vorteilssituation:
- Die Hinausstellung beginnt in dem Moment, welche diese ausgesprochen wird - d.h. nach der Vorteilssituation und nach der entsprechenden Entscheidung.

Kommentar 3:
"Wirksam bis zum Ende des laufenden Spiels" (16:5) bedeutet einschließlich des "Golden Goal" sowie einschließlich des "Shoot out".

 

 

- REGEL 17
"
DIE SCHIEDSRICHTER"
 


(Angriff Torerfolg)

17.1 Jedes Spiel wird von zwei gleichberechtigten Schiedsrichtern geleitet, denen ein Zeitnehmer und ein Sekretär zur Seite stehen.

17.2 Die Aufsicht über das Verhalten der Spieler beginnt für die Schiedsrichter mit dem Betreten der Wettkampfstätte und endet, wenn sie die Wettkampfstätte verlassen.

17.3 Die Schiedsrichter sind verantwortlich für das Prüfen der Spielfläche, der Tore und der Bälle vor Spielbeginn. Sie bestimmen, welche Bälle zum Einsatz kommen (Regel 1 und 3:1).

Ausserdem stellen die Schiedsrichter die Anwesenheit der beiden Mannschaften in vorschriftsmäßiger Spielkleidung fest, prüfen das Spielprotokoll und die Ausrüstung der Spieler. Sie tragen dafür Sorge, dass die Zahl der Spieler und Offiziellen im Auswechselraum innerhalb der Grenzen liegt und stellen die Anwesenheit und Identität der beiden "Mannschaftsverantwortlichen" fest. Jegliche Unstimmigkeiten sind zu beseitigen (4:2-3 und 4:8-10).

17.4 Das Losen wird von einem der Schiedsrichter in Gegenwart des anderen Schiedsrichters und beider Mannschaftskapitäne vorgenommen (2:1).

17.5 Zu Spielbeginn platziert sich ein Schiedsrichter ausserhalb der Seitenlinie gegenüber dem Zeitnehmertisch; sein Anpfiff startet die Zeitmessanlage (2:5).
Der andere Schiedsrichter platziert sich in der Spielfeldmitte. Nach dem Anpfiff eröffnet er das Spiel mit dem Schiedsrichterwurf (2:2, 10:1-2).
Während des Spiels müssen die Schiedsrichter von Zeit zu Zeit die Seiten wechseln.

17.6 Die Schiedsrichter wählen ihre Position auch so, dass sie den Auswechselbereich beider Mannschaften kontrollieren können (17:11, 18:1).

17.7 Grundsätzlich muss das ganze Spiel von denselben Schiedsrichtern geleitet werden.
In ihrer Verantwortung zur Gewährleistung des Spielablaufs im Einklang mit den Spielregeln müssen sie jede Regelwidrigkeit ahnden (ausgenommen 13:2 und 14:2).
Fällt einer der Schiedsrichter während des Spiels aus, leitet der andere das Spiel alleine. (Für IHF- und Kontinent-Veranstaltungen wird die Situation entsprechend dem jeweiligen Reglement gehandhabt.)

17.8 Wenn beide Schiedsrichter bei einer Regelwidrigkeit gegen dieselbe Mannschaft pfeifen, aber unterschiedlicher Auffassung über die Höhe der Bestrafung sind, gilt immer die schwerwiegendste Strafe.

17.9 a) Wenn beide Schiedsrichter unterschiedlicher Auffassung über die Vergabe der Punkte bei einem Torerfolg sind, gilt die gemeinsame Entscheidung (siehe Kommentar).
b) Wenn beide Schiedsrichter bei einer Regelwidrigkeit pfeifen oder der Ball die Spielfläche verlassen hat, und die beiden Schiedsrichter gegensätzlicher Auffassung darüber sind, welche Mannschaft in Ballbesitz kommen soll, gilt die gemeinsame Entscheidung (siehe Kommentar).

Ein Time-out ist Pflicht. Nach klarem Handzeichen über die Spielfortsetzung wird das Spiel wieder angepfiffen(2:8f, 15:3b).

Kommentar:
Die gemeinsame Entscheidung wird von den Schiedsrichtern nach einer kurzen Absprache erzielt. Wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Entscheidung gelangen, hat die Meinung des Feldschiedsrichters Vorrang.

17.10 Beide Schiedsrichter beobachten und kontrollieren die Anzeigetafel welche die Spielzeit und das Resultat anzeigt.
Sie sind für die Kontrolle der Spielzeit verantwortlich. Entstehen Zweifel über die Richtigkeit der Zeitmessung oder des Resultats, treffen die Schiedsrichter eine gemeinsame Entscheidung (Siehe 17:9 Kommentar).

17.11 Die Schiedsrichter kontrollieren mit Hilfe vom Zeitnehmer das Aus- und Eintreten der Auswechselspieler (17:6, 18:1).

17.12 Die Schiedsrichter sind dafür verantwortlich, dass das Spielprotokoll nach dem Spiel ordnungsgemäß ausgefüllt wird.
Ausschlüsse (16:14) und Disqualifikationen gemäß der Beschreibung in Regel 16:8 sind im Spielprotokoll zu begründen.

17.13 Entscheidungen der Schiedsrichter auf Grund ihrer Tatsachenfeststellung oder Beurteilung sind unanfechtbar.
Nur gegen Entscheidungen, die im Widerspruch zu den Regeln stehen, kann Einspruch erhoben werden.
Während des Spiels sind nur die jeweiligen "Mannschaftsverantwortlichen" berechtigt, die Schiedsrichter anzusprechen.

17.14 Die Schiedsrichter haben das Recht, ein Spiel zu unterbrechen oder abzubrechen.
Vor einer Entscheidung, das Spiel abzubrechen, müssen alle Möglichkeiten zur Fortsetzung des Spiels ausgeschöpft werden.
 

 

- REGEL 18
"
ZEITNEHMER UND SEKRETÄR"

 

18.1 Grundsätzlich hat der Zeitnehmer die Kontrolle für die Spielzeit und das Time-out.

Generell sollte der Zeitnehmer alle notwendigen Spielunterbrechungen vornehmen.

Gleichfalls hat der Sekretär die Hauptverantwortung für das Zählen der Tore, die Spielerlisten, das Spielprotokoll, das Eintreten von Spielern, die nach Spielbeginn ankommen, und das Eintreten von nicht teilnahmeberechtigten Spielern.

Andere Aufgaben, wie die Kontrolle der Zahl der Spieler und Mannschaftsoffiziellen im Auswechselraum gelten als gemeinsame Verantwortungen.

Sie helfen den Schiedsrichtern bei der Kontrolle des Aus- und Eintretens der Auswechselspieler (17:6, 17:11).

Siehe auch Erläuterung 8 zu den korrekten Verfahren beim Eingreifen von Zeitnehmer/Sekretär bei der Erfüllung einiger ihrer oben beschriebenen Verantwortungen.

Kommentar:
Bei IHF, Kontinent oder nationale Meisterschaften kann die Aufgabenteilung in anderer Weise organisiert werden.
      Mit freundlicher Unterstützung