„Ich bin unglaublich stolz, dass wir das Turnier so erfolgreich beendet haben. Mein Dank geht an das ganze Team und den Staff“, strahlte Trainer Erik Wudkte nach dem 29:22 (15:12) des DHB-Teams bei der U18-EM gegen Ungarn. Nach der Niederlage im Halbfinale gegen die starken Spanier, die sich im Endspiel gegen Schweden den Titel holten, brachte der Erfolg gegen Ungarn Bronze für Deutschland. „Wir haben unsere drei Slogans super gelebt: Entschlossenheit, Zusammenhalt und Balance“, so Erik Wudtke nach der gelungenen Revanche für die 32:35-Niederlage im Auftaktspiel. DHB Vorstand Sport Alex Kromer lobt vor allem die Vereine.

„Die Jungs haben die richtigen Lehren aus dem ersten Spiel gegen Ungarn gezogen“, erklärte Erik Wudtke mit Blick auf das 32:35 zum Auftakt des Turniers in Montenegro, das das DHB-Team unter Druck gesetzt hatte. Doch mit einem 33:29 gegen Polen und einem 35:31 gegen Island buchte der DHB-Nachwuchs dann das Ticket in die Hauptrunde, wo mit einem 34:26 gegen Kroatien die Tür zum Halbfinale aufgestoßen wurde – mit dem 23:23 gegen Portugal zitterte sich das DHB-Team dann durch diese.

Im Halbfinale war Spanien zu stark – obschon Deutschland über weite Strecken mithielt und sogar vorlegte. „Wir sind gut ins Spiel hereingekommen. Hatten dann leider eine Phase, in der wir im Angriff zu viele einfache Fehler gemacht haben und in der Abwehr ein ums andere Mal Zeitstrafen kassiert haben“, so Erik Wudtke nach dem Halbfinale.

„Wir haben uns in der Halbzeitpause noch einmal besonnen und sind dann auch ganz gut zurückgekommen. Dann haben wir das Spiel in der 43. Minute wieder offen gestalten können und müssen dann eigentlich den Deckel drauf machen, um den Turnaround zu schaffen. Das ist uns leider nicht gelungen, weil wir dort etwas zu hektisch geworden sind“, so Wudtke weiter.

Doch bereits nach dem verlorenen Halbfinale richtete sich der Blick nach vorne, mit Bronze sollte die Belohnung für ein gutes Turnier in Form einer Medaille erfolgen – und dies sollte gelingen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde setzte sich das DHB-Team auf 14:10 ab und nahm ein 15:12 mit in die Kabinen. Beim 21:19 wurde es noch einmal eng, doch beim 26:20 waren dann die Weichen zum 29:22-Erfolg und zu Bronze gestellt.

„Wir haben verdient die Bronzemedaille gewonnen. Die Mannschaft hat sich mit großem Zusammenhalt und viel Entschlossenheit stark entwickelt und am Ende für ihren unbändigen Willen belohnt“, sagte Erik Wudtke nach dem kleinen Finale auf der Homepage des DHB

Die Jahrgänge 2004 und 2005 waren von den Corona-Einschnitten erheblich betroffen. Geplante Länderspiele musste im vergangenen Jahr abgesagt werden, der Nachwuchs hatte keine einfache Zeit in einem für die sportliche Entwicklung wichtigen Alter. Erst im Juni 2021 kam das Team bei den Ruhr-Games zusammen, acht Spieler aus diesem Team standen bei der EM im Kader – auch weil sich einige Spieler nachträglich über gute Leistungen in der Jugend-Bundesliga empfahlen.

„Diese Medaille gehört vor allem auch den Vereinen und dortigen Machern des Leistungssports. Diese haben in den letzten Jahren, in denen diese Spieler und alle anderen aufgrund von Corona-Einschränkungen weder im täglichen Vereinstraining und schon gar nicht bei Lehrgangsmaßnahmen planmäßig trainieren konnten, alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die Jungs zu unterstützen und so ihre Entwicklung voranzutreiben“, so Axel Kromer über den Anteil der Clubs.

Der DHB-Vorstand Sport betont: „Offensichtlicher ist ein Erfolg einer Nationalmannschaft noch nie als ein Gemeinschaftsprodukt von Vereinen, Landesverbänden und DHB zu bewerten gewesen.“ Die Spieler kehren zu ihren Vereinen nun mit einer Medaille zurück – David Móré von den Rhein-Neckar Löwen zudem noch mit der Berufung ins All-Star Team der EM. „In den Vereinen werden die Spieler jetzt die nötige Ruhe bekommen, um sich zu regenerieren“, so Erik Wudtke mit Blick auf die weitere Entwicklung in Verein und Nationalteam – denn mit Bronze hat sich das DHB-Team unter anderem für die Jugend-WM 2023 qualifiziert.

Bronze-Kader Deutschland – U18-EM Handball 2022

  • Connar Battermann (THW Kiel)
  • Tim Hertzfeld (SC Magdeburg)
  • Henri Pabst (THW Kiel
  • Julian Buchele (Frisch Auf Göppingen)
  • Georg Löwen (SC Magdeburg)
  • Fritz-Leon Haake (SC Magdeburg)
  • David Móré (Rhein-Neckar Löwen)
  • Max Günther (Füchse Berlin)
  • Felix Mart (1. VfL Potsdam)
  • Jarnes Faust (THW Kiel)
  • Nicholas Schley (Füchse Berlin)
  • Frederik Höler (Füchse Berlin)
  • Michl Reichardt (Füchse Berlin)
  • Magnus Grupe (Rhein-Neckar Löwen)
  • Florian Billepp (Füchse Berlin)
  • Nils Greilich (SC DHfK Leipzig)
  • Matteo Menges (THW Kiel)


Trainerteam: Erik Wudtke, Dr. Alexander Koke, Martin Heuberger

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